Einladung zum Runden Tisch „Bildungs- und Gedenkstätte“ am 4. Mai 2019

In Nordrhein-Westfalen gibt es 28 NS-Gedenkstätten mit ganz unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten und Ausrichtungen. Besonderheiten der lokalen Geschichte, die Möglichkeit an authentischen Orten zu arbeiten und verschiedene Trägerschaftsmodelle prägen diese Einrichtungen. Gemein ist allen Gedenkstätten ein stetig wachsendes öffentliches Interesse an der NS-Geschichte in der eigenen Nachbarschaft.

Die Zahl der Besucher stieg von 278.000 im Jahr 2015 auf fast 400.000 im Jahr 2017. Bei Seminaren und Führungen liegt der Anteil von Schülerinnen und Schülern bei 70 Prozent. Die Kölner Gedenkstätte „NS-Dok“ muss Anfragen – auch von Solinger Schulen – abweisen, da sie auf Wochen hin ausgebucht ist.

Daher setzt sich der „Arbeitskreis Verfolgung und Widerstand in Solingen 1933-1945“ für die Einrichtung einer eigenen Gedenkstätte in Solingen ein. Wir brauchen einen Ort, an dem Jung und Alt lernen und forschen, sich mit der eigenen Stadtgeschichte auseinandersetzen und sich begegnen können.

Derzeit ist das Gebäude-Ensemble Am Neumarkt 23 / Max-Leven-Gasse 3-5 hierfür im Gespräch. Dort befanden sich die Redaktion der „Bergischen Arbeiterstimme“, die Genossenschaftsdruckerei und die Wohnung des jüdischen Kulturredakteurs und Kommunisten Max Leven, der in der Pogromnacht vor den Augen seiner Familie erschossen wurde.

Der Arbeitskreis lädt am 4. Mai 2019 interessierte Bürgerinnen und Bürger ein, zusammen mit Akteuren aus Schule und Jugendarbeit, Politik und Verwaltung, von Kirchen und Glaubensgemeinschaften, Vereinen, Organisationen und Verbänden an einem Runden Tisch Vorstellungen zu entwickeln, welche Art von Gedenkstätte in Solingen gewünscht, gebraucht und umsetzbar wäre.

Wir möchten dazu auch Experten und Expertinnen einladen, um fachliche Hinweise zu drei Themenschwerpunkten zu geben:

  • Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten, Trägerschaftsmodelle und mögliche Kooperationspartner
  • Historische Besonderheiten Solingens zur NS-Zeit, authentische Orte und mögliche Themenschwerpunkte
  • Möglichkeiten der Einbindung insbesondere von Jugendlichen in die Entwicklung einer Gedenkstätte

Ziel des Runden Tischs ist es zu informieren, Bedarfe und Ideen zu sammeln und damit weitere Unterstützung für das Projekt „Bildungs- und Gedenkstätte“ zu mobilisieren. Denn der Blick in die Geschichte ist notwendig, um die Bedeutung der Menschenrechte und die Errungenschaften unserer heutigen Demokratie zu erkennen und zu verteidigen – auch vor Ort!

Der Arbeitskreis freut sich auf Ihre Beteiligung!

Runder Tisch „Bildungs- und Gedenkstätte“

4. Mai 2019 um 16 Uhr
im Forum der Bergischen VHS Solingen
Mummstr. 10, 42651 Solingen

Bushaltestelle: Mühlenplatz
Parkhaus: Clemens-Galerien, Zufahrt über Schwesternstraße, bzw. Cronenberger Straße

Anmeldung erwünscht, aber nicht erforderlich.
Per E-Mail an: info@stolpersteine-solingen.de

In Kooperation mit der Bergischen VHS Solingen Wuppertal

Weitere Infos unter stolpersteine-solingen.de/category/gedenkstaette