Alexander-Coppel-Schule nutzt Projekttag zum Putzen

Stolperstein für Moritz Marx an der Florastraße. Foto: Daniela Tobias

An der Alexander-Coppel-Gesamtschule fand am 10. Juli 2018 ein Unesco-Projekttag statt, an dem sich 14 Schülerinnen und Schüler unter der Leitung von Simone Sassin und Sandra Witting mit den Stolpersteinen in der Umgebung der Schule befassten. Zunächst erstellten sie Plakate mit den Lebensläufen derjenigen, die seinerzeit der menschenverachtenden Ideologie des Nationalsozialismus zum Opfer fielen. Darunter waren nicht nur jüdische Mitmenschen wie das Ehepaar Giesenow, sondern auch Widerständler wie Albert Müller, Euthanasie-Opfer wie Ernst Müller und Kleinkriminelle wie Karl Braun, die als Asoziale diffamiert wurden. Auch Dr. Alexander Coppel, der Namensgeber der Schule, war unter den Biographien, die erarbeitet wurden.

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Technisches Berufskolleg putzt in der Innenstadt

Stolpersteine für Alfred und Johanna Sobotki an der Weyersberger Straße. Foto: Vincent Heinz

Am 5. Juli machten sich die Schüler der Unterstufen-Klasse der Informationstechnischen Assistenten des Technischen Berufskollegs unter Leitung von Jens Maßmann auf den Weg, um in der Umgebung ihrer Schule Stolpersteine zu putzen. Direkt an der Weyersberger Straße fanden sie die Steine von Hermann Hoffmann, einem jüdischen Rechtsanwalt, der 1942 nach Theresienstadt verschleppt wurde und kurz nach seiner Ankunft angeblich an Herzversagen starb, sowie des Ehepaars Alfred und Johanna Sobotki, die die Gastwirtschaft im Solinger Gewerkschaftshaus führten. Zusammen mit Tochter Alice, die ebenfalls in Solingen lebte, wurden sie 1941 in das Ghetto von Lodz deportiert. Alle drei kamen dort ums Leben während eine Tochter und eine Enkelin in Belgien überlebten und nach dem Krieg nach Köln zurückkehrten.

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Ein Anruf aus Israel

Steine von Eva Friesem und Paula Strauss am Schlagbaum. Foto: Birgit Karrenbauer-Mayerhofer

Am 16. Juni erreichte mich ein überraschender Anruf aus Israel: Jossi Friesem hatte gehört, dass die Schüler der Hauptschule Central die Stolpersteine seiner Großmutter Eva Friesem und seiner Tante Paula Strauss geputzt hatten. Er wollte sich bei den Jugendlichen bedanken. Albert Josef Friesem, so sein Geburtsname, war 1930 in Solingen geboren worden und musste im Alter von vier Jahren zusammen mit seiner Familie seine Heimatstadt verlassen, um über Tschechien nach Palästina zu emigrieren.

Eva Friesem blieb mit ihrer ältesten Tochter Paula in Solingen zurück. Die Familie betrieb ursprünglich einen Schrotthandel an der Kronprinzenstr. 7, in Höhe des heutigen Theaters, wo seit 2008 die beiden Stolpersteine liegen. Im Oktober 1941 wurde Paula nach Lodz deportiert und im Mai 1942 ermordet, während ihre Mutter im September 1942 in Theresienstadt verstarb.

Jossi Friesem besuchte nach Kriegsende mehrfach die Klingenstadt mit seiner Familie und knüpfte Bekanntschaften, wie mit Hans Joachim Schneider, der verschiedene Artikel über die Geschichte der Familie Friesem im Solinger Tageblatt veröffentlichte. „Heute bin ich zu alt für solche Reisen, aber ich freue mich immer über Besuch aus Deutschland“, erzählte der 87-jährige am Telefon.

Die Weltrettungs-AG der Hauptschule Central putzte die Steine von Eva Friesem und Paula Strauss am Schlagbaum. Foto: Birgit Karrenbauer-Mayerhofer

Weltrettungs-AG der Hauptschule Central putzt in Gräfrath

Der Stein von Heinrich Benz vor und nach dem Putzen. Foto: Daniela Tobias

Am 29. Mai und am 5. Juni 2018 machte sich die Weltrettungs-AG der Hauptschule Central auf den Weg, um in Gräfrath, am Schlagbaum und an der Hasseldelle Stolpersteine zu putzen. In der von Birgit Karrenbauer-Mayerhofer geleiteten Gruppe beschäftigen sich die Jugendlichen mit verschiedenen Themen, die ihnen besonders am Herzen liegen. So nahmen sie bereits an der Nachhaltigkeits-Konferenz der Stadt Solingen teil, um sich zu informieren, was man auf lokaler Ebene gegen den Klimawandel tun kann oder setzten sich mit dem Thema Homophobie auseinander.

Das Putzen der Stolpersteine war Ehrensache. Selbst in der größten Hitze ließen sie nicht nach, bis die dunkel angelaufenen Messingplatten wieder glänzten und alle Namen zu lesen waren. An einigen Stellen halfen auch freundliche Nachbarn mit speziellen Putzmitteln weiter. So weit wie die einzelnen Steine auseinander lagen, so unterschiedlich waren auch die Lebensläufe der Menschen, die während des Nationalsozialismus verfolgt wurden. „Weltrettungs-AG der Hauptschule Central putzt in Gräfrath“ weiterlesen

Gesamtschule Höhscheid und Israel-AG des HGS putzen zum Jahrestag des Kriegsendes

Tilde Klose. Quelle: Stadtarchiv Solingen

Am 8. Mai 2018 ist vor dem Bürgerbüro an der Gasstraße kaum ein Durchkommen. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8b der benachbarten Gesamtschule Höhscheid haben sich vorgenommen, den Stolperstein für Tilde Klose wieder zum Glänzen zu bringen. Dass dies bitter nötig ist, zeigt sich, als ein Mitarbeiter der Stadt freudig bemerkt: „Ach, das ist aber schön, dass hier ein Stolperstein verlegt wird.“ Dass der Stein schon seit 2006 dort liegt, war ihm nie aufgefallen, da er dieselbe Farbe wie das Pflaster angenommen hatte. Über das Leben von Tilde Klose möchte sich die Klasse von Kerstin Loewink noch im ebenfalls an der Gasstraße gelegenen Stadtarchiv informieren. „Gesamtschule Höhscheid und Israel-AG des HGS putzen zum Jahrestag des Kriegsendes“ weiterlesen

August-Dicke-Schule putzt in der Innenstadt


Vor dem Hofgarten weht der Wind, leichter Regen lädt die Passanten nicht gerade zum Verweilen ein. Hans Joachim Schneider ist extra gekommen, um Fotos davon zu machen wie die Antirassismus-AG der August-Dicke-Schule die Stolpersteine von Betty, Erna, Regina und Antonia Krauss vor dem Eingang in das Shopping-Center putzt. Er möchte Antonia Krauss‘ Enkelin Zehava Schlam die Bilder nach Israel schicken. „August-Dicke-Schule putzt in der Innenstadt“ weiterlesen