Schüler putzen engagiert zum Gedenken an die Pogromnacht

„Die Kinder unserer 4. Klassen hatten viel Spaß beim Putzen der Steine und haben großes Interesse gezeigt, mehr über die Menschen hinter den Steinen zu erfahren“, berichtete Lehrer Björn Beu von der Grundschule Schützenstraße, die seit neustem im Team der Stolpersteinputzpaten dabei ist und erstmals am 9. November im Gedenken an die Pogromnacht von 1938 die Messingplatten mit den Namen von Henriette Marx, Karl Mebus und Dr. Fritz Wieter an der Krahenhöhe reinigte.

Fotos: Jana Achenbach und Björn Beu

Auch die Alexander-Coppel-Gesamtschule gehörte zu den Schulen, die sich, unterstützt von der BV Mitte, am diesjährigen Putzen und Kerzenaufstellen beteiligten. Simone Sassin und die AG Jüdischer Friedhof kümmerten sich dabei nicht nur um Stolpersteine des Ehepaars Jenny und Georg Giesenow, von Hedwig Löb, Ernst Müller, Paul Schürmann und Dr. Alexander Coppel, sondern auch um das Mahnmal für die ermordeten Sinti und Jenischen an der Korkenziehertrasse.

Fotos: Simone Sassin

Auch aus Ohligs und Wald erreichten uns Bilder von Cerstin Tschirner, die ein Licht für Otto Winkels aufstellte und von Hans-Günter Koch und den Naturfreunden, die an den Steinen von Hans Lichtenthäler, Ewald Peiniger, Franz Wenders und Willi Haas Kerzen anzündeten. Uli Preuss stellte in Mitte ein Licht für Albert Müller auf.

Fotos: Uli Preuss, Cerstin Tschirner, Hans-Günter Koch

Schüler:innen des Gymnasiums Schwertstraße putzten Stolpersteine in der Innenstadt, wie den von Gerd Adolf Friedberger, einem ehemaligen Schüler des Gymnasiums.

Fotos: Daniel Rahn

Schüler:innen des Technischen Berufskollegs Solingen haben ebenfalls in der Innenstadt rund um ihre Schule Stolpersteine wie die von Josef und Anna Kupperschlag an der Klemens-Horn-Straße 15 geputzt.

Fotos: Jens Maßmann

Klasse 8a des Gymnasiums Schwertstraße putzt Stolpersteine

Am 25. Juni 2021 war Lehrer Daniel Rahn vom Gymnasium Schwertstraße mit seiner Klasse 8a in der Innenstadt unterwegs und hat 14 Stolpersteine geputzt. Die Steine der Familie von Max Leven, die sonst auch von der Schule betreut werden, sind derzeit wegen Bauarbeiten „im Depot“.

Deutlich sieht man an den Vorher-Nachher-Fotos bei Mathilde Stern und Carl Friedrich Goerdeler wie die Steine nach dem Einsatz wieder glänzten.

Weiße-Rose-AG putzt Stolpersteine

Mit Zahnbürsten, Schwämmen und Metallreiniger ausgestattet, machte sich die Weiße-Rose-AG der Geschwister-Scholl-Schule am Montag, den 2. November 2020 auf den Weg, um den Stolpersteinen in Solingen zu neuem Glanz zu verhelfen.

Die Schülerinnen und Schüler teilten sich auf. Die eine Hälfte zog von der Merkurstraße 34, wo sie sich um den Stolperstein von Wilhelm Steeg, der für seine Kritik gegenüber dem nationalsozialistischen Regime zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde, kümmerten, weiter in die Ohligser Fußgängerzone.

Foto: Weiße-Rose-AG

Die anderen Mitglieder machten sich derweil auf den Weg, um den Stolperstein von Oskar Strauß, der in der Kiefernstraße 6 zuhause war, 1938 Opfer des Pogroms und in Schutzhaft genommen wurde. 1939 sah er als letzten Ausweg vor den Repressalien der Nationalsozialisten den Freitod. Anschließend trafen sie sich mit den anderen Schülerinnen und Schülern auf der Düsseldorfer Straße.

Hier finden sich vor allem Stolpersteine für jüdische Opfer, die vor 1933 in Ohligs als Geschäftsleute tätig waren und in der Innenstadt ihre Waren anboten. Da wäre zum Beispiel Paul Steeg, dessen Warenhaus von seiner Tochter Grete und Schwiegersohn Walter Wertheim Anfang der 1930er Jahre übernommen worden war. Er wurde in der Pogromnacht aus der eigenen Wohnung vertrieben und starb am folgenden Tag im Israelitischen Asyl in Köln.

Der Schuhhändler Abraham Rosenbaum wurde im Oktober 1938 nach Polen abgeschoben. Von dort gelang ihm die Flucht nach Belgien, aber im November 1943 wurde er zusammen mit Tochter Lia von Paris nach Auschwitz deportiert und ermordet. Das gleiche Schicksal ereilte Karl Wallach, der ebenfalls nach Belgien geflohen war.

Julie CoopmannSimon und Henriette Meyerhoff wurden im Oktober 1941 von Köln ins Ghetto von Lodz deportiert und ermordet.

Für Jenny und Georg Davids hatte die Weiße-Rose-AG 2004 die Patenschaft übernommen. Ihr Herrenkonfektionsgeschäft wurde 1938 „arisiert“. Das Ehepaar wurde 1942 von Köln nach Ausschwitz deportiert und ermordet.

Während der Aktion kamen die Schülerinnen und Schüler mit den Passanten ins Gespräch. Einige blieben stehen und fanden gut, dass sich jemand um den Glanz der Mahnmale zur Erinnerung kümmert.

Auch die Weiße-Rose-AG war mit ihrer Arbeit sehr zufrieden und freute sich, dass die Stolpersteine nun wieder gut lesbar an die Schicksale der Opfer des nationalsozialistischen Regimes erinnern.

Stolperstein-Podcast des Humboldtgymnasiums

Im evangelischen Religions-Unterricht der Klassen 9 a und c haben sich Schüler*innen des Humboldtgymnasiums vor den Herbstferien mit den drei Stolpersteinen beschäftigt, für die die Schule eine Patenschaft übernommen hat. Daraus ist mit der professionellen Hilfe von Niklas Schenk, Journalist und WDR-Reporter, ein spannender Podcast entstanden, der den Biographien von Helene Krebs, Hildegard Rubens und Ernst Wittke nachgeht und sich mit der Idee hinter den Stolpersteinen beschäftigt.

Mildred-Scheel-Berufskolleg erinnert an Erich Hammesfahr

Mara und Siwan mit der Biografie von Erich Hammesfahr. Foto: Daniela Tobias

Trotz des ungemütlich kalten Wetters hatten sich Mara und Siwan am 2. Dezember an der Kirschbaumer Straße 9 getroffen, um den Stolperstein von Erich Hammesfahr zu säubern. Die Schülerinnen des Mildred-Scheel-Berufskollegs engagieren sich in der Antirassismus-AG, die seit 2018 an der Aktion „Schüler putzen Stolpersteine“ teilnimmt, und hatten sich im Vorfeld mit der Biografie des Zeugen Jehovas befasst.

Vorher/Nachher. Foto: Daniela Tobias

1907 in Solingen geboren wurde er ab 1933 von den Nationalsozialisten verfolgt, da die sogenannten „Bibelforscher“ als Staatsfeinde angesehen wurden. Sie verweigerten den Kriegsdienst und lehnten die NS-Rassenlehre ab. Um seine verwitwete Mutter zu schützen, zog Hammesfahr nach Viersen und betätigte sich dort weiter im Widerstand. Er wurde mehrfach verhaftet und misshandelt, 1937 schließlich zu drei Jahren Haft verurteilt. Nach Verbüßung der Haftstrafe wurde er jedoch nicht entlassen sondern im Januar 1940 in das KZ Sachsenhausen verschleppt. Hier starb er am 18. Februar 1940 angeblich an Herzschwäche.

Weitere Steine im Gebiet Katternberg und Mangenberg wird die Antirassismus-AG in den kommenden Wochen putzen.

Gymnasium Vogelsang gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus

Fotos: Daniela Tobias

Am 24. Juni 2019 macht sich die Klasse 9a vom Gymnasium Vogelsang schon früh Morgens auf den Weg zur Hasseldelle. Am Erbenhäuschen 88 ist der erste Stopp der Klasse von Tim Lattmann. Lena und Pia packen Zahnpasta, Spülschwamm und Wasserflasche aus, um den Stolperstein von Josef Becker wieder zum Glänzen zu bringen. Es erfordert einigen Einsatz von den beiden Schülerinnen, um die dunkle Patina wegzuschrubben. Aber am Ende ist die Inschrift, die an das Leben und den gewaltsamen Tod des Widerstandskämpfers erinnern wieder gut lesbar. Ein Schüler legt eine Hortensienblüte neben den Stein. Dann tragen die Jugendlichen ihre Gedanken zum Schicksal von Josef Becker vor: „Ich finde es bewundernswert, dass du trotz der schweren Zeit du selbst geblieben bist und versucht hast, mit Hilfe von Flugblättern über den Nationalsozialismus aufzuklären.“ „Gymnasium Vogelsang gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus“ weiterlesen