Geschichtskurs der Schwertstraße putzt Stolpersteine

Gerd Adolf Friedberger. Quelle: Stadtarchiv Solingen

Kurz vor den Sommerferien haben auch die Schüler des Gymnasiums Schwertstraße „ihre“ Stolpersteine poliert. Zwei Grundkurse Geschichte der Jahrgangsstufe Q1 unter Leitung von Daniel Rahn waren dazu in der Innenstadt unterwegs. „Jetzt wissen wir, wie lange man braucht, wo die Steine sind und wie sie am besten gereinigt werden“, so der Pädagoge. Im nächsten Jahr ist geplant, dass die neunte Jahrgangsstufe im Rahmen ihres Geschichtsunterrichts mit dem Themenschwerpunkt Nationalsozialismus die Reinigung übernimmt.

Den ersten Stein fanden die Schüler direkt vor dem Haupteingang des Gymnasiums. 2005 wurde hier für Gerd Adolf Friedberger ein Stolperstein verlegt. Er besuchte das Gymnasium bis 1938, als alle jüdischen Kinder gezwungen wurden die allgemeinen Schulen zu verlassen. Die Schüler-AG Bunker/Synagoge hatte zuvor seinen Lebensweg recherchiert. Obwohl er sich auf die Auswanderung nach Palästina vorbereitete, deportierte man ihn 1941 zusammen mit seinen Eltern nach Lodz. Die Familie wurde Anfang Mai 1942 in Chelmno ermordet. „Geschichtskurs der Schwertstraße putzt Stolpersteine“ weiterlesen

Stolpersteinverlegung 2017

Die Enkelin von Albert Müller, Martina Bötig, legte eine Rose an seinem Stolperstein nieder. Foto: Uli Preuss

Am 2. August 2017 wurden von Gunter Demnig elf neue Steine in Ohligs und Solingen-Mitte verlegt. Erstmals wird damit nun drei Opfern des Euthanasie-Programms gedacht. Auch für das KPD-Mitglied Albert Müller, der die Verfolgung in der Nazi-Diktatur schwer verletzt überlebte und nach dem Krieg für einige Monate zum Bürgermeister ernannt wurde, liegt jetzt ein Stein an der Potsdamer Straße. Er starb 1951 an den Folgen der Misshandlungen, die er während seiner Haft erlitten hat.

Das Solinger Tageblatt berichtete am 2. August 2017: „Stolpersteine erinnern an Euthanasie“

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