Dokumentation Runder Tisch und Vereinsgründung

Die Dokumentation des Runden Tischs „Bildungs- und Gedenkstätte“ am 4. Mai 2019 steht nun hier zum Download bereit:

Dokumentation Runder Tisch [pdf, 883kB]

+++Update 28.05.2019+++ Die Gründung eines Fördervereins für eine zukünftige NS-Gedenkstätte wird derzeit in Absprache mit der Stadt Solingen vorbereitet, aber nicht wie angekündigt bereits am 17. Juni 2019 um 20 Uhr im Weeger Waschhaus des Spar- und Bauvereins Solingen eG an der Hermann-Meyer-Straße 28a stattfinden. Stattdessen möchten der Arbeitskreis und die Stadt Solingen an diesem Abend die Entwicklung des Projekts „Bildungs- und Gedenkstätte Max Leven“ vorstellen und die weiteren Planungsschritte erläutern. Zur Vereinsgründung wird es dann voraussichtlich im Juli kommen.

Die Ausstellung „Als der Swing verboten war“ wurde Anfang des Jahres im Weeger Waschhaus gezeigt. Zur Eröffnung spielten die Bobcats. Foto: Daniela Tobias

 

Führung Jüdischer Friedhof 19. Mai 2019

Simone Sassin, Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Jüdischer Friedhof an der Alexander-Coppel-Gesamtschule und ihr Vorgänger Michael Sandmöller laden zur Führung über den jüdischen Friedhof ein.

Treffpunt ist am Sonntag, den 19. Mai 2019 um 11.00 Uhr vor dem Friedhofstor am Estherweg.

Eine Anmeldung ist nicht erfoderlich. Männliche Besucher werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.

Der jüdische Friedhof ist einer von ca. 2400 jüdischen Begräbnisstätten in Deutschland. Heute dient er als Quelle der Kultur-, Sozial- und Religionsgeschichte Solingens und der bergischen jüdischen Gemeinde mit Sitz in Wuppertal. Durch seine Nutzung als lokale Geschichtsquelle hat er sich zu einem Lernort entwickelt, der sich mittlerweile auch im öffentlichen Bewusstsein einen Platz geschaffen hat.

Der jüdische Friedhof in Solingen wird bereits 1718 erwähnt. Der älteste erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahr 1820. Die letzte Beerdigung fand im Jahre 1941 statt. Nach der Zerstörung der Synagoge 1938 in der Pogromnacht ist der Friedhof das einzige und letzte öffentlich sichtbare Zeugnis jüdischer Religion und Kultur in Solingen.

Die Umrisse der ebenfalls in der Pogromnacht zerstörten Friedhofskapelle sind durch Steine sichtbar gemacht worden. Max Leven, dessen Grab die AG ausfindig gemacht hat, liegt ebenfalls auf dem jüdischen Friedhof begraben.

Reger Zuspruch für Bildungs- und NS-Gedenkstätte beim Runden Tisch

Am Samstag kamen 120 Interessierte aus allen Bereichen der Stadtgesellschaft zum Runden Tisch „Bildungs- und Gedenkstätte“. Das Forum der Bergischen VHS war damit voll besetzt. In der Begrüßung skizzierte Daniela Tobias vom Arbeitskreis „Verfolgung und Widerstand in Solingen 1933-1945“ die Entstehung der Gruppe und wie es zu der Initiative für eine Gedenkstätte kam.

Dr. Ulrike Schrader, Leiterin der „Begegnungsstätte Alte Synagoge“ in Wuppertal, hielt einen Impulsvortrag, der in die Entstehungsgeschichte der NS-Gedenkstätten in NRW einführte, sowie deren Entwicklung und zukünftigen Herausforderungen darstellte. Anschließend ging es in drei Arbeitsgruppen weiter, um mit den Teilnehmern ins Gespräch zu kommen.

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Initiative für Gedenkstätte in der WDR Lokalzeit Bergisches Land

Am 24. April lief in der WDR Lokalzeit Bergisches Land ein Beitrag über die Initiative des „Arbeitskreises Verfolgung und Widerstand in Solingen 1933-1945“ und des Jugendstadtrats. Wir sprachen mit dem Team von Rita Jäger über die Argumente, die aus unserer Sicht für einen Standort im Gebäude-Ensemble der „Bergischen Arbeiterstimme“ sprechen und die generelle Notwendigkeit, dass Solingen eine Bildungs- und NS-Gedenkstätte bekommt. Nicht zuletzt der Brandanschlag auf die Familie Genç vor über 25 Jahren sollte uns in Solingen gelehrt haben, wie wichtig es ist, jeden Tag gegen rechtes Gedankengut anzugehen und aufzuzeigen, welche Konsequenzen Rassismus hat. Dabei kann eine Bildungs- und Gedenkstätte an einem authentischen Ort ein wichtiger Baustein sein, der gerade für Jugendliche einen anschaulichen Bezugspunkt zu ihrer eigenen Lebenswelt setzt. Auch deswegen hängen Fördergelder davon ab, dass am Ort ein konkreter Bezug zur lokalen NS-Geschichte gegeben ist. Wenn die Zeitzeugen zukünftig nicht mehr da sind, werden Gebäude diese Vermittler-Rolle des Authentischen noch stärker einnehmen.

Als Studiogast nahm Christoph Humburg von der Caritas Wuppertal / Solingen Stellung zu dem Projekt und betonte, dass eine Gedenkstätte mehr sei, als eine Wandtafel. „Es muss auch ein Bildungs- und Gedenkzentrum sein, wozu es bereits Pläne und Überlegungen der Initiativgruppe gibt, an denen man sicher noch feilen kann, aber es reicht nicht aus, einfach nur eine Gedenktafel aufzuhängen.“

Am 4. Mai 2019 um 16 Uhr lädt der Arbeitskreis zum Runden Tisch „Bildungs- und Gedenkstätte“ im Forum der VHS an der Mummstraße 10 ein.

Einladung zum Runden Tisch „Bildungs- und Gedenkstätte“ am 4. Mai 2019

In Nordrhein-Westfalen gibt es 28 NS-Gedenkstätten mit ganz unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten und Ausrichtungen. Besonderheiten der lokalen Geschichte, die Möglichkeit an authentischen Orten zu arbeiten und verschiedene Trägerschaftsmodelle prägen diese Einrichtungen. Gemein ist allen Gedenkstätten ein stetig wachsendes öffentliches Interesse an der NS-Geschichte in der eigenen Nachbarschaft.

Die Zahl der Besucher stieg von 278.000 im Jahr 2015 auf fast 400.000 im Jahr 2017. Bei Seminaren und Führungen liegt der Anteil von Schülerinnen und Schülern bei 70 Prozent. Die Kölner Gedenkstätte „NS-Dok“ muss Anfragen – auch von Solinger Schulen – abweisen, da sie auf Wochen hin ausgebucht ist.

Daher setzt sich der „Arbeitskreis Verfolgung und Widerstand in Solingen 1933-1945“ für die Einrichtung einer eigenen Gedenkstätte in Solingen ein. Wir brauchen einen Ort, an dem Jung und Alt lernen und forschen, sich mit der eigenen Stadtgeschichte auseinandersetzen und sich begegnen können.

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